Donnerstag, 14. August 2008

Manchmal bleiben einige Bilder im Kopf hängen, fast selbständig, irgendwo so tief, dass man sich an sie nicht mehr zu erinnern glaubt. Und dann später, ganz unerwartet, tauchen diese scheinbar vegessenen Bilder erneut auf und - Bah! - man erkennt, wie sehr sie einen doch inspiriert haben.

Niemand weiß, was genau bei einem so hartnäckig hängen bleibt. Und welche Form diese Inspiration am Endeffekt annimmt. So passiert es mir zum Beispiel, wenn ich im Februar die Fotos von den Fashion-Weeks für die noch weit entfernte Herbst-Season sehe, unter den "favorit"-Siegel an meinem USB-Stick speichere und dann aber, Monate später, doch ganz andere Sachen trage, als die, die ich mir vorgenommen habe. Oder glaube zumindest, dass mein Geschmack sich so geändert hat, dass die Favoriten aus dem Februar für mich gar nicht mehr interessant sind.

Dann aber, beim Blättern durch die unzähligen Notizen, Fotos, Zeichnungen sticht ins Auge ein Look, in dem ich die heutige mich erkenne und merke, dass einige charakteristischen Dinge sich in meinen eigenen Outfits doch immer und immer wiederholen.

Alles ändert sich. Neues wird heiß erwartet, bewundert, geliebt, gewollt - bei dem ersten Blick zumindest. Dann geht es mit der unsichtbaren Arbeit los - das Gesehene wird in den Gedanken angenommen, angepasst, an sich selbst zugeschnitten, oder doch verstoßen, falls nichts hilft, um sich mit irgendeinem Schnitt oder einer Farbe anzufreunden. Manchmal aber, trotz der Begeisterung vom Neuen, liebt man das Alte so sehr, dass kein Abschied oder Austausch denkbar wäre. So verschmelzen die bereits vertrauten und die neuen Flammen miteinander und dann entsteht etwas eigenes und tragbares nur für die oder denjenigen, in dessen Kopf diese ganze Bearbeitung statt fand.

Ich glaube, genau an dieser Mischung aus modischen alten Bekannten und neuen Freunden erkennt man jemanden, der mit der Mode nicht bloß immer eine It-Person sein möchte. Wenn man trotzt der Liebe zum ständig Wechselndem an der Mode, zu ihrer ununterbrechenbaren Erneuerung, dem Streben nach Neuem und Noch-nie-gesehenem und wiederum ewiger Rückkehr in die vergangenen Zeiten - trotz alldem (aber auch mit seiner Hilfe) an der ersten Stelle sich selbst zum Audruck bringen möchte.

Ist es ein Stil? Ich würde es gern so sehen.