Mittwoch, 29. Mai 2013

Großkariert


 
Am vergangenen Wochenende war das Wetter in Hamburg richtig schrecklich. Kalt und ungemütlich, der Regen wollte gar nicht aufhören und nachdem ich die erste halbe Stunde auf der Straße verbracht habe, kreisten meine Gedanken mit besonderer Zärtlichkeit um die Handschuhe. In der weiteren halben Stunde habe ich so gefroren, dass ich an gar nichts mehr mit Zärtlichkeit denken konnte – nur fluchen und die scheußliche Kälte hassen.
Seit gestern scheint bei uns mal wieder ab und zu die Sonne und somit kann man sich wieder den sommerlichen Stylingsideen widmen. Die Tatsache, dass die Sales bald anfangen werden, macht solche Gedanken nur noch schöner – der Sommer hat noch nicht mal angefangen, aber bald kann man schon alles, was man dafür braucht, für den halben Preis haben. Und nicht nur haben, sondern auch noch lange genug tragen – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Normalerweise versuche ich vernünftig zu sein und mir am Anfang der Modesaison die Sachen aussuchen, die ich dann erst beim Schlussverkauf kaufe. Manchmal aber verliebt man sich in irgendetwas und muss dieses Etwas sofort haben. So geschah es mit der karierter Bluse von ZARA, die schon im Februar mein Herz erobert hat. Im Februar war es für sie natürlich noch zu kalt. Im März auch. Die ganze Zeit lag sie in meinem Kleiderschrank, aber im April habe ich sie nach Italien mitgenommen und jetzt hat sie auch endlich Hamburg kennengelernt.


 

Dienstag, 28. Mai 2013

VENI VIDI VICI



„Ich kam, ich sah, ich siegte!" – diese Wörter beschreiben am besten das, was Miuccia Pradas Frühlingskollektion 2013 für Miu Miu mit mir gemacht hat - natürlich, wenn die Kollektion selbst gehen, sehen und siegen könnte, von der Fähigkeit zu sprechen mal abgesehen. :)

Diese langen Röcke, Riesenkristalle um die Hälse und die Armgelenke, Pelzstolas, die von den nackten Füssen in Sandalen gar nicht gestört zu sein schienen, und, was mich direkt ins Herz getroffen hat, die Jeansjacken, die überhaupt nicht wie Jeansjacken geschnitten wurden. Insgesamt eine Art gestörter Eleganz, wie aus der anderen Welt, so faszinierend, dass ich der Verführung nachgab und mir immer wieder wie hypnotisiert diese Jacken angeschaut habe. Erst auf der style.com Homepage, dann auf den seltsam unruhig wirkenden Bildern aus der Werbekampagne der Marke, die mich fast überzeugt haben, Antonionis „Il deserto rosso“ endlich mal zu sehen. Später kamen noch die unzähligen Fashion-Editorials in den Zeitungen dazu – ja, es stimmt, die Kollektion hat nicht nur mir gefallen, sondern auch sehr, sehr vielen Moderedakteurinnen.

Ich habe diese Jacken in Florenz anprobiert, ich dachte, die Obsession würde mich vielleicht verlassen. Nein, hat sie nicht. Zurück in Hamburg, wieder mal in den Zeitungen blätternd, habe ich beim Anschauen eines weiteren Models mit dem Objekt meiner Begierde auf den Schultern endlich verstanden, dass ich etwas dagegen unternehmen muss.

Aber was denn? Zum Alsterhaus gehen, Jeansstoff kaufen und…

Sonntag, 5. Mai 2013

To mix or not to mix?

Mein Lieblingstrend, der Printmix, hat mittlerweile seinen Höhepunkt erreicht. Zumindest, wenn man den Fashionanalytiker glauben soll. Diese Analytiker prophezeien damit das baldige Ende des Wahnsinns der Farb- und Mustermischung - klar, nach dem man den Gipfel erreicht hat, geht es normalerweise Berg ab. Egal. Ich liebe Mustermix und wie die Modeschauen zeigen, bin ich nicht die einzige. Zwei Designer, deren Arbeit mich seit der gefühlten Ewigkeit fasziniert, haben in ihren Kollektionen so wild gemischt, dass es einer Explosion der Farben und Muster gleicht. Dries Van Noten (Spring 2013) hat die Männerkleidung für Zuhause so bearbeitet, dass sie in die weibliche Tagesgarderobe hervorragen passt. Ricardo Tisci (Givenchy Fall 2013-2014) dagegen vereinigte Punk und Zigeunertradition zu einer fast byzantinischen Farbenpracht. Die wunderschönen Kollektionen der beiden Meister haben mich inspiriert, selbst kreativ zu werden. Geholfen haben mir dabei ZARA und H&M. Die tollen Fotos hat Lilya Cornely gemacht. Und mit der freundlichen Unterstützung von dem Hamburger Wind und der Frühlingssonne wurde das Bild komplett.